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Die KU Linz trauert um KonsR. Prof.em. DDr. Günter Rombold

Prof. Rombold ist am 10. Dezember im 93. Lebensjahr verstorben. Sein Tod bedeutet für unser Haus den Verlust einer großen intellektuellen und wissenschaftlichen Persönlichkeit.

Ab dem Studienjahr 1969 begann Rombold an der vormaligen Linzer Diözesanlehranstalt Kunst zu lehren, ab 1971 auch Philosophie. Er gründete 1984 das Institut für Kunst und Kirchenbau und war maßgeblich an der Entwicklung unserer Institution beteiligt. Vor allem aber ist Günter Rombold als Doyen des Dialogs von Theologie, Kirche und Kunst zu würdigen.  Eines seiner Grundanliegen war, dass die Kirche – Priester und TheologInnen – in einen Dialog mit der modernen Kunst treten möge, um sich mit diesem elementaren Bereich gegenwärtiger menschlicher Äußerungen auseinanderzusetzen.

Auch nach seiner Emeritierung als Ordinarius für Kunstwissenschaft und Ästhetik (1995) blieb Günter Rombold der KU Linz und dem Fachbereich Kunstwissenschaft vielfach verbunden. Nicht nur unterstützte er die Institution nachhaltig durch die Einrichtung einer privaten Stiftung zur Förderung des Fachbereichs, er nahm auch weiterhin regen Anteil an den Entwicklungen und wissenschaftlichen Diskussionen.

Als „spiritus rector“ war er bis wenige Monate vor seinem Tod gern und häufig gesehener Gast bei Veranstaltungen des Hauses, immer offen für Dialoge, immer neugierig auf künstlerische Positionen in all ihrer Vielfalt – als wacher kritischer Geist dabei aber immer auch ein herausfordernder Gesprächspartner. 

Wir beten für unseren Verstorbenen am Freitag, 15. Dezember, 18 Uhr, in der Pfarrkirche Linz-St. Konrad (Froschberg). Das Requiem wird am Samstag, 16.12.2017, 10 Uhr, ebenfalls in der Pfarrkirche St. Konrad gefeiert. Anschließend erfolgt die Beisetzung am St. Barbara-Friedhof Linz.

Würdigungen von Bischof em. Dr. Maximilian Aichern und Landeshauptmann Thomas Stelzer sowie durch den Diözesankunstverein Linz, das Kunstreferat und das Diözesankonservatorat der Diözese Linz finden Sie hier.

Lebenslauf

Günter Rombold wurde am 2. Jänner 1925 in Stuttgart geboren und kam 1941 mit seiner Familie nach Linz. Nach der Matura 1943 an der Khevenhüllerschule in Linz leistete er bis 1945 Kriegsdienst, studierte dann an der Phil.-Theol. Lehranstalt Linz Theologie und wurde am 29. Juni 1949 zum Priester geweiht. Anschließend folgten das Doktoratsstudium der Theologie in Graz (Promotion 1954) und das Studium der Philosophie und Kunstgeschichte in München, das er 1958 mit dem Doktor der Philosophie abschloss.
Während seines Studiums war er Kooperator in Uttendorf-Helpfau (1950 ¬– 1951) und in der Stadtpfarre Linz (1951 – 1955). Ab 1958 unterrichtete Günter Rombold als Religionsprofessor am BRG Hummelhof Linz (heute: BRG Ramsauerstraße) und von 1959 bis 1975 am Akademischen Gymnasium Linz. Zugleich war er auch als Seelsorger in Linz-Hl. Familie tätig.
Über Jahrzehnte hat er sich an Wochenenden und im Sommer gern in Hellmonsödt aufgehalten und dort auch seelsorglich gewirkt.

Dr. Rombolds akademische Laufbahn begann zunächst mit einem Lehrauftrag für Christliche Kunst an der Universität Graz (1969 – 1971) und einem Lehrauftrag für kirchliche Kunst an der Phil.-Theol. Diösesanlehranstalt Linz. 1972 wurde er zum ordentlichen Professor für Philosophie an der Katholisch-Theologischen Hochschule Linz (heute: Katholische Privat-Universität Linz) ernannt. 1984 gründete er das Institut für Kunst und Kirchenbau, welches 2005 in das Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie mit Graduierungsrecht übergeführt wurde (heute: Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft). In den Studienjahren 1984 bis 1986 war er Rektor der Hochschule. 1991 emeritierte Prof. Rombold als Ordinarius für Philosophie, 1995 als Ordinarius für Kunstwissenschaft und Ästhetik.

Von 1992 bis 2003 war Prof. Günter Rombold auch Obmann des Diözesankunstvereins, dessen wesentliches Ziel heute die Förderung von jungen, zeitgenössischen KünstlerInnen ist. Von 1981 –1996 war er Vorsitzender der Jury des Otto Mauer-Preises.

DDr. Rombold war über die Landesgrenzen hinaus bekannt als Kunstfachmann und Autor. Der Brückenschlag zwischen der Kirche und der modernen bildenden Kunst war ihm ein besonderes Anliegen. Dazu dienten ihm u. a. seine jahrzehntelange redaktionelle Tätigkeit für die Zeitschrift „kunst und kirche“ (er war von 1958 bis 1970 Redakteur der Christlichen Kunstblätter, blieb in der „Nachfolge“-Zeitschrift „kunst und kirche“ bis 1990 Redakteur und war anschließend bis 1999 deren Herausgeber). Vielfache Aktivitäten bestanden in Ausstellungen und Künstlerbegegnungen.

Prof. Rombold initiierte und betreute bedeutende Kunstausstellungen (u. a. „Christusbild im 20. Jahrhundert“, Neue Galerie Linz) und war ein bedeutender Sammler, dessen Kunstwerke in mehreren Ländern gezeigt wurden. 2002 übergab er seine Kunstsammlung dem Land Oberösterreich.
Für sein jahrzehntelanges Wirken im Dienste eines Brückenschlags zwischen Kunst und Kirche erhielt er eine Reihe von Auszeichnungen: Wissenschaftsmedaille der Stadt Linz (1992), Kulturmedaille des Landes Oberösterreich (1999), Kulturpreis des Landes Oberösterreich (2001), Heinrich-Gleißner-Preis (2001), Landeskulturpreis für Theologie (2002).

Nachruf für Prof. Günter Rombold von Rektor Franz Gruber

Nachruf für Prof. Günter Rombold von Prof.in Monika Leisch-Kiesl

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