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Kirchliches Ehrenamt als Balanceakt. Das Subsidiaritätsprinzip im Zusammenhang mit der ehrenamtlichen Arbeit in der Kirche


Wenn man die Pfarreienlandschaft in Oberösterreich ein wenig betrachtet, dann fallen einem schnell die großen Unterschiede in der Zahl ehrenamtlich mitarbeitender Menschen auf. Während manche Pfarren in einer wahren Flut Ehrenamtlicher „schwimmen“, muss andernorts ein mageres Häuflein weniger Getreuer die gesamte Arbeit bewältigen. Sicher hat dieser starke Kontrast nicht unerheblich mit soziologischen Faktoren zu tun: Die soziale Struktur einer Pfarre, die Herkunft und der Beruf ihrer Mitglieder, ihre eigene Geschichte – all das spielt eine Rolle. Und doch stellt sich die Frage, ob ehrenamtliche Mitarbeit nicht auch durch das Verhalten der Hauptamtlichen gefördert bzw. behindert werden kann. Im Rahmen der Moraltheologie geht es hier weniger um die Frage einer pastoralen Erfolgsstrategie, die möglichst viele Ehrenamtliche rekrutiert, sondern v.a. um die Frage, wie die Hauptamtlichen den Ehrenamtlichen in ihrem Engagement und ihren Bedürfnissen gerecht werden können. Hierbei könnte das Subsidiaritätsprinzip der katholischen Soziallehre – so viel Hilfe wie nötig, so viel Eigenverantwortung wie möglich – ein Schlüssel sein. Wie ernst nehmen pastorale MitarbeiterInnen dieses Prinzip? Wie konsequent fordern sie es in ihrer Pfarre ein? Und welche ethischen Gründe gibt es vorab zur Erfolgsorientierung dafür, dass Hauptamtliche sich gegenüber Ehrenamtlichen subsidiär verhalten? Mit diesen Fragen setzt sich die vorliegende Diplomarbeit auseinander.

Diplomarbeit von Klara Oberhumer, 2007


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