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Das bin ich! Oder? - Essstörungen und die Suche nach Identität


Die vielen Redewendungen im alltäglichen Sprachgebrauch zeugen bereits davon, wie sehr Essen unsere Existenz bestimmt und wie sehr Menschen die unterschiedlichsten Empfindungen damit verbinden. „Ich habe dich zum Fressen gern“, „etwas liegt mir schwer im Magen“ oder „das Leben satt haben“ sind nur als ein paar wenige Beispiele zu nennen.
Für Menschen mit Essstörungen wird jedoch die Nahrungsaufnahme zu einem täglichen Kampf mit sich selbst. Die Thematik der Essstörungen, welche vor allem in den letzten Jahrzehnten vermehrt an Bedeutung gewonnen hat, wirft auch im Hinblick auf die Moraltheologie große Fragen auf. Dabei ist die Frage nach dem Umgang mit dem eigenen Körper und damit verbunden die Suche nach der eigenen Identität zentral, da Essstörungen unbedingt mit Identitäts- und Selbstwertproblemen in Verbindung gesehen werden müssen.
In der vorliegenden Arbeit soll demnach dem Gedanken nachgegangen werden, inwiefern Essstörungen als Identitätsstörungen zu begreifen sind. Ausgehend davon, wird versucht der theologischen Bedeutung der Krise einer Essstörung auf die Spur zu kommen. Die zentralen Fragen dabei lauten: Welche Rolle wird der Berufung des Menschen zur Einmaligkeit beigemessen? Inwiefern kann die biblische Rede vom Leib für den Umgang mit unserem Körper fruchtbar gemacht werden? Welche Bedeutung kommt dem gemeinsamen Essen in der Bibel zu? Welche ethischen Konsequenzen ergeben sich daraus und wie lassen sich diese in den Kontext der Essstörungen auslegen?
Abschließend werden Anregungen zur Prävention und zum Umgang mit Essgestörten sowohl im Kontext der Familie also auch im schulischen Religionsunterricht gegeben.

Diplomarbeit von Rosemarie Brenn, 2012


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