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Dissertationsprojekt Kreutzer: Kritische Zeitgenossenschaft (abgeschl. 2006)

Konturen einer Kontextuellen Theologie in der modernen Gesellschaft in Auseinandersetzung mit der Pastoralkonstitution Gaudium et spes veröffentlicht unter: Kritische Zeitgenossenschaft. Die Pastoralkonstitution Gaudium et spesmodernisierungstheoretisch gedeutet und systematisch-theologisch entfaltet (ITS 75), Innsbruck - Wien 2006


Das Zweite Vatikanische Konzil hat sich ausdrücklich auf seinen gesellschaftlichen Kontext bezogen und will auch so gelesen werden. Wer es intentionsgemäß verstehen will, muss interdisziplinär und insbesondere sozialwissenschaftlich reflektiert arbeiten. Dies wird in diesem Band für die Pastoralkonstitution Gaudium et spes konsequent umgesetzt. 
Vor dem Hintergrund prominenter soziologischer Modernisierungstheorien (u.a. von Beck, Kaufmann, Habermas und Luhmann) werden die theologiegeschichtlichen Hintergründe, die Aufbauprinzipien und die theologischen Leitlinien der Pastoralkonstitution neu ausgedeutet. Dabei zeigt sich, dass wesentliche Merkmale moderner Gesellschaften (evolutive Mentalität, funktionale Ausdifferenzierung der Sozialbereiche, Säkularisierung) von der Pastoralkonstitution produktiv-kritisch aufgegriffen und theologisch verarbeitet wurden. Der Autor entfaltet die Konzilsaussagen und skizziert, wie in ihnen die theologische Wissenschaftstheorie, die Gotteslehre und die Ekklesiologie im Kontext moderner Gesellschaften neu ausgerichtet wurden. Der Autor hat für dieses Buch den "Karl-Rahner-Preis für theologische Forschung 2006" erhalten."Es handelt sich um eine methodologisch fundierte und inhaltlich höchst ertragreiche Studie, die auch zur Grundlegung der Praktischen Theologie einen hohen Ertrag einbringt" (Norbert Mette in: Diakonia 38/4 [2007])."Zweifellos ... ist diese Arbeit ein kreativer Beitrag zur Rezeption des Zweiten Vatikanums, der den Weg des Konzils im Spannungsfeld von Kirche und moderner Gesellschaft theologisch verantwortungsvoll ausleuchtet" (Franz Gmainer Pranzl in: SaThZ 11 [2007])."Kreutzers Studie ist ... ein Vorbild für systematisch-theologisches Arbeiten, das nicht nur Texthermeneutik oder Rekonstruktion der Geschichte von Texten bleiben darf, sondern auch - um der Wirkung dieser Texte willen - den Anschluss an eine (sozialwissenschaftliche) Hermeneutik gegenwärtiger Lebens- und Glaubenswelt leisten will" (Hans-Joachim Höhn, in: ThLZ 133 [2008] 12)."Eindrucksvoll belegt Kreutzers Dissertation, wie der Ortswechsel der Pastoralkonstitution den theologischen Horizont systematisch erweitert. Mit der 'kritischen Zeitgenossenschaft' kann die personale Option der Theologie auf der Ebene soziologischer Theoriebildung ausgespielt werden. Sie greift die Pluralität sozialwissenschaftlicher Theorien auf, ohne sich auf einen singulären Theorieanker zu versteifen. Die theologische Position wird mit Kreutzers Programm differenzierter und flexibler zugleich." (Hans-Joachim Sander, in: ThPQ 157 [2009] 197)

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