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Lehrveranstaltungen von Michael Fuchs

VL: Allgemeine Ethik (FTh) / Ethik (FPhK)

In der Ethik geht es um die methodisch geleitete Reflexion auf unser Handeln, insofern dieses sich als moralisch oder unmoralisch bezeichnen lässt. In der Geschichte der Philosophie wurde sowohl die Frage bearbeitet, welchen Status die in der Lebenswelt begegnenden Einordnungen als moralisch oder unmoralisch haben: Handelt es sich um Erkenntnisse, Willensentschlüsse oder um Gefühle? Reflektiert wurde aber auch in verschiedenen Ansätzen, wie sich moralische Forderungen oder Ideale begründen lassen. Zudem hat sich die Philosophie konkreten Handlungszusammenhängen zugewandt und die hier begegnenden moralischen Kriterien, Haltungen und Gründe analysiert.

Die Vorlesung beginnt mit der Erörterung einiger grundlegender Begriffe wie Gewissen und Diskurs, Ethos, Gewohnheit und Recht, Moral und Ethik. In einem zweiten Schritt wird die metaethische Debatte um den Status moralischer Sätze und Einstellungen umrissen. Normative ethische Ansätze werden sodann am Beispiel von John Stuart Mill, Immanuel Kant und Aristoteles vorgeführt und verglichen. Ein vierter Teil widmet sich Untersuchungsfeldern der konkreten Ethik anhand von Beispielen aus der Bioethik und der Wissenschaftsethik.


SE: Kants Geschichtsphilosophie

Das Bestreben, aus vielen Geschichten eine Universalgeschichte zu konstruieren, ist oftmals geprägt von der Suche nach einer Tendenz oder einem Sinn der Geschichte. Bei Immanuel Kant richtet sich diese Suche auf Fortschritte hin zu einer verbesserten Moralität der Menschen, zur Erreichung einer allgemein das Recht verwaltenden bürgerlichen Gemeinschaft und zu einer friedlichen Koexistenz der Völker. Die Besonderheit der kantischen Geschichtsphilosophie liegt aber nicht nur in der Fokussierung auf diese Leitbilder, sondern vor allem in der Reflexion auf die praktische Absicht, die den Blick auf die vergangene und zukünftige Geschichte leitet.

Grundlage des Seminars sind die kleinen Schriften „Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“, „Der Streit der Fakultäten. Zweiter Abschnitt“ sowie „Mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte“. Als Basistext wird der Band "Kant, Schriften zur Geschichtsphilosophie" in Reclams Universalbibliothek zugrunde gelegt.


-: Ringvorlesung: Gut versorgt? Ökonomie und Ethik im Gesundheits- und Pflegebereich

Österreich hat ein leistungsfähiges Gesundheitssystem. Dennoch stellt sich zunehmend die Frage nach einer effizienten und gerechten Gesundheitsversorgung, nach Priorisierungs- und Rationierungsentscheidungen sowie nicht zuletzt nach einer politischen Gestaltung der Pflege. Die Ringvorlesung "Gut versorgt?", die die Interdisziplinäre Arbeits- und Forschungsgruppe „Wirtschaft – Ethik – Gesellschaft“ der Katholischen Privat-Universität Linz in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz im Wintersemester 2017/2018 veranstaltet, bietet Vorträge und Diskussionen zu aktuellen gesundheits- und pflegeethischen Herausforderungen. Das Spektrum reicht von der Gestaltung der Pflege über einen Vergleich des österreichischen Gesundheitssystems mit anderen Gesundheitssystemen, Fragen der Rationierung, Rationalisierung, Ressourcenallokation und Verteilungsgerechtigkeit bis hin zur Inklusion und Arzneimittelversorgung.


SE: Verbesserung des Menschen? Zur bioethischen Diskussion des Enhancemant

Technische Eingriffe in den Menschen, welche nicht der Heilung von Krankheiten dienen, sondern physische oder mentale Merkmale verbessern wollen, geraten zunehmend in den Blick der Medizin. Unter dem Begriff „Enhancement“ diskutiert die Bioethik seit einigen Jahren kosmetisch-chirurgische Eingriffe in das äußere Erscheinungsbild, die Steigerung der Körpergröße durch Wachstumshormone oder die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten. Auch Doping im Sport kann dem Enhancement zugeordnet werden. Aus medizinethischer, sozialethischer und anthropologischer Perspektive stellen sich weitreichende Fragen: Ist eine Unterscheidung zwischen Therapie und Enhancement überhaupt möglich? Welche normative Relevanz hat sie z.B. im Hinblick auf die Ziele von Medizin oder soziale Gerechtigkeit? Welche Eingriffe sind der Autonomie und dem guten Leben der Person zuträglich? Als was will sich der Mensch, der sich biotechnologisch modifiziert, zukünftig verstehen?


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