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Im Vorbeigehen II/4: Oliver Ressler. "no replastering, the structure is rotten".


"no replastering, the structure is rotten"

Im Sommersemester 2013 präsentiert Oliver Ressler im Rahmen der Ausstellungsreihe "Im Vorbeigehen" die im Auftrag des IKP für den Hörsaal 1 der KTU Linz entwickelte Arbeit „no replastering, the structure is rotten“. Der sich über zwei Wände des Hörsaals erstreckende Wandtext zitiert einen Slogan vom Mai 1968. Die der Schrift zugrundeliegende großformatige Fotografie lässt Pflastersteine erkennen, die im Zuge sozialer Kämpfe für ein selbstbestimmtes Leben aus der Straße gerissen wurden.

Oliver Resslers Installationen, Arbeiten im Außenraum und Filme sowie von ihm kuratierte Ausstellungen rekurrieren auf Themen wie Ökonomie, Demokratie, Rassismus – darin zugleich aber auf Widerstandsformen und gesellschaftliche Alternativen. Resslers Position ist dabei immer parteiisch, die Grenzen zwischen Kunst und Aktivismus verschwimmen.

Wie andere KünstlerInnen, die es darauf abgesehen haben, sich direkt in die politische Sphäre einzubringen, behandelt Ressler die Ästhetik praktisch, als eine Reihe von Werkzeugen, mit denen man einen Job erledigt. Zu diesem Zweck besteht seine Arbeit einmal aus Postern und Videos, ein anderes Mal bezieht sie architektonisch kontingente visuelle Elemente mit ein oder sie benutzt organisatorische oder pädagogische Situationen, um öffentliche Diskussionen und Debatten auszulösen. [...] Resslers Anspruch, sich zwischen verschiedenen, Fiktion und Nicht-Fiktion verbindenden Räumen hin und her zu bewegen, hebt die Gefahr hervor, die KünstlerInnen für die Ordnung der Dinge darstellen können. (Gregory Sholette)

Folder Im Vorbeigehen II/4

Das Kunstgespräch zur Mittagszeit mit Oliver Ressler, Maren Richter und Monika Leisch-Kiesl fand am Dienstag, dem 30. April 2013, um 12 Uhr an der KTU Linz statt.

Aus Oliver Resslers englischem Newsletter zu Im Vorbeigehen II/4:

Displayed across two large walls in the auditorium, the text “no replastering, the structure is rotten” refers to a slogan used in the May 1968 revolts in Paris. The font is based on a large-scale photograph showing cobblestones, which were pulled out of the street during social unrest. While this particular photograph was taken in Athens in 2012, when Greece teetered at the brink of the economic and social collapse, the presentation of the piece elsewhere suggests, that in times of the financialization of capitalism “Greece” can happen everywhere. Presenting this historical slogan today, it can be read in relation to the deep structural crisis of capitalism and representative democracy, which affects university education as well as other realms.

The wall text “no replastering, the structure is rotten” (2013) is the third in Oliver Ressler’s series of wall texts that started with “too big to fail” and “elections are a con” (both 2011). The series will continue soon with the projected wall texts “capitalism is the crisis” and “property is theft”.

A 10-meter long version of the wall text “no replastering, the structure is rotten” will be presented within the exhibition project “AntiAnti” at The Genia Schreiber University Art Gallery, Tel Aviv in May 2013.


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