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Im Vorbeigehen 14: Regula Dettwiler


Naturgeschichte der artifiziellen Welt

Im Wintersemester 2007/08 gibt die in Wien lebende Schweizer Künstlerin Regula Dettwiler Einblicke in ihre „Naturgeschichte der artifiziellen Welt". Seit über einem Jahrzehnt befasst sich Dettwiler mit dem Sezieren und dem Aquarellieren von Blumen: von Kirschblüten, Tulpen und Orchideen.

Die Blätter wirken wie Aquarelle aus einem Botanik-Buch des 19. Jahrhunderts. Erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es sich bei den Studienobjekten um zerlegbare Seiden- oder Plastikblumen handelt - „Made in China", wie der ins Blatt geschriebene Titel verrät.

Dettwiler malt ihre Frühlingsblumen in minutiöser Handarbeit nach der Natur. Allerdings ist diese Natur eine künstliche, gekauft in Warenhäusern unterschiedlichster Kontinente - überall gleich aussehend und stets frisch.

Die „Naturgeschichte der artifiziellen Welt" spricht subtil Fragen rund um die Auswirkungen der Globalisierung und die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen an - und stellt zugleich das Verhältnis zwischen Natur und Kunst neu zur Diskussion.

Folder Im Vorbeigehen 14


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