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Im Vorbeigehen II/13: Silvia Amancei/Bogdan Armanu. What past, what future?

Der "Sexy History Calendar" von Silvia Amancei und Bogdan Armanu entwirft im Wintersemester 2017/18 im Rahmen von "Im Vorbeigehen" ein anderes Bild von Geschichte, Gegenwart und Zukunft.

Für Silvia Amancei und Bogdan Armanu birgt die künstlerische Praxis die Möglichkeit, eine Zukunft jenseits des Kapitalismus zu entwerfen. Vor diesem Hintergrund beschäftigen sie sich mit Konzepten wie Utopie, Zukunft, Geschichte, Arbeit, Design oder Ideologie, die sie zugleich zu dekonstruieren versuchen.

Amancei/Armanu, Sexy History Calendar, Ausschnitt: January
Amancei/Armanu, Sexy History Calendar, Ausschnitt: March

Seit 2015 erscheint der „Sexy History Calendar“ online als Collage mit Halbakten von Amancei/Armanu sowie Fotografien historischer Orte und Ereignisse. Die Kombination bekannter Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit der Ästhetik von Erotikkalendern verweist implizit auf den Trend von Selfies vor wichtigen Schauplätzen. Ebenso wie diese wird die fotografische Selbstinszenierung zur Idee der Erinnerung für die Zukunft. Diese Kalenderreihe, die sich mit Bildern vergangener Finanzkrisen auseinandersetzt, wird im Rahmen der Ausstellung an der KU Linz in Form von Plakaten präsentiert.

Amancei/Armanu, Life is a bitch, 2016, Filmstill

In den Science-Fiction-Kurzfilmen „Life is a bitch“ (2016) und „Killing hope“ (2017), die im Zuge des Kunstgesprächs gezeigt werden, geht es um Hoffnungen auf eine bessere Welt in kommunistischen Utopien. Durch die radikale Infragestellung ihrer Glaubwürdigkeit brechen beide Filme mit diesen Fiktionen. Wie auch in den Collagen der Kalenderarbeit werden die Erwartungen an eine „andere“ Zeit nicht erfüllt.

Das Kunstgespräch zur Mittagszeit (in englischer Sprache) mit Silvia Amancei und Bogdan Armanu und den Kurator*innen Julia Allerstorfer und Maximilian Lehner findet am Mittwoch, dem 13. Dezember 2017, 12:00 Uhr im Foyer der KU Linz statt.

Im Rahmen des Kunstgesprächs erfolgt ein Screening der Kurzfilme „Life is a bitch“ (2016) und „Killing hope“ (2017)

Folder Im Vorbeigehen II/13

Die Umsetzung der gezeigten Arbeiten wurde unterstützt durch
George Enescu National University, Faculty of Visual Arts and Design, Iasi, Rumänien
Center of Contemporary Photography Iasi, Rumänien 

Silvia Amancei (geboren 1991 in Iaşi, Rumänien) und Bogdan Armanu (geboren 1991 in Timișoara, Rumänien) studierten gemeinsam an der Universitatea Națională de Arte „George Enescu” in Iaşi Kunst. Ausgehend von ihrer Ausbildung in der (Wand-)Malerei thematisieren sie mit Mitteln der Medienkunst die physischen und diskursiven Grenzen von Objekten und der Arbeit, die in diesen steckt.
Bereits während des Studiums waren beide in der lokalen Kunstszene aktiv, seit 2012 folgten Einzelausstellungen in Rumänien. Ihre internationalen Ausstellungsbeteiligungen reichen von Südafrika über Frankreich bis in die USA, zuletzt wurden sie auf die Künstler*innen-Liste der 5. Odessa Biennale aufgenommen. Darüber hinaus waren Silvia Amancei und Bogdan Armanu Artists-in-Residence im quartier21 des Museumsquartiers Wien, dem Künstlerhaus Eckernförde sowie den Timișoara Art Encounters und wurden ausgewählt für Summer Schools der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Universität für angewandte Kunst Wien.

 

18.10.2017/rk 

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