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Heft 2/2014: Künstlerfenster


Glasmalerei ist eine edle Kunst, mit dem Geschmack der langen Dauer und des Überirdischen, wenn nicht der Ewigkeit: Das Himmlische Jerusalem abzubilden ist das Gründungsnarrativ der gotischen Glasmalerei. Ein irdisches Künstlerleben währt dagegen nur kurz. Es sind verschiedene Zeitbemessungen, die in diesem Metier aufeinandertreffen. Aber auch Wertbemessungen fallen dabei ins Gewicht. Den Status des „Künstlers“ in die Waagschale einer gotischen oder auch romanischen Kathedrale zu werfen, sei es in Reims, in Köln, in Zürich oder in einem kleineren Ort, ist, so gesehen, ziemlich kühn. Dennoch hat dieses Konzept in den letzten Jahrzehnten funktioniert, und es hat den alten, ehrwürdigen Gebäuden plötzlich einen Hauch von Zeitgenossenschaft eingeblasen: Gerhard Richter, Markus Lüpertz, Imi Knoebel, Sigmar Polke, Xenia Hausner, Siegfried Anzinger und viele andere führen die frühere Generation von Marc Chagall, Alfred Manessier, Henri Matisse oder Fernand Leger fort.

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