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Wer ist mein Nächster?

Severin J. Lederhilger (Hrsg.), Wer ist mein Nächster? Das Soziale in der Ego-Gesellschaft, 15. Ökumenische Sommerakademie, Kremsmünster 2013, Band 29, Frankfurt: Peter Lang 2014.


Über das Buch

Der aktuelle politische und philosophische Diskurs bewegt sich zunehmend zwischen den Polen eines individualistischen Egoismus und den verschiedenen Aspekten gesellschaftlicher Solidarität. Inwieweit egozentrische Tendenzen das Zusammenleben maßgeblich bestimmen oder ob nicht Formen der Solidarität das eigentlich evolutive Erfolgsmodell menschlicher Gemeinschaft darstellen, gehört mit zu den Grundfragen unserer Zeit. Individuelle Verantwortung und autonome Selbstbestimmung kennzeichnen schließlich nicht nur die persönliche Lebensgestaltung, sondern prägen ebenso die wirtschaftlichen, kulturellen und kirchlichen Bereiche der Gesellschaft. Der überfordernde Zwang zur permanenten Selbst-Inszenierung und zur Verwirklichung des eigenen Ichs eröffnet aber zugleich einen neuen Zugang zur Rückfrage nach der Notwendigkeit alternativer Gestaltungen von Vergemeinschaftung, die Verlässlichkeit schenken und speziell der Dimension der Gerechtigkeit Rechnung tragen. Angesichts der anstehenden sozialen Probleme und veranlasst durch das Jubiläum von 10 Jahren «Sozialwort» des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich stellte sich die 15. Ökumenische Sommerakademie Kremsmünster 2013 provokant die biblische Nachfrage «Wer ist mein Nächster?» und erkundete so «das Soziale in der Ego-Gesellschaft».

Inhalt

Inhalt: Michael Pauen: Ohne Ich, kein Wir. Warum wir Egoisten brauchen – Heinrich Bedford-Strohm: Wer ist mein Nächster? Gemeinschaft in der modernen Gesellschaft – Michael Stefan Aßländer: Solidarität und Subsidiarität. Erfolgsmodell in Wirtschaft und Gesellschaft? – Ansgar Kreutzer: Riten und Symbole entgrenzter Solidarität. Der kulturelle Beitrag des Christentums zum sozialen Zusammenhalt – Michaela Pfadenhauer: Posttraditionale Vergemeinschaft – am Beispiel Konsum. Sicherheit in Zeiten gesellschaftlicher Verunsicherung – Martin Abraham: Kerngemeinde und Zentrifuge. Bilder für pfarrgemeindliche Sozialformen – Ingeborg Gabriel: Verantwortung in der Zeit. Das Ökumenische Sozialwort als Impuls zum Engagement – Michael Bünker: Orientierung in der Krise. Sozialwort und öffentliche Theoologie – Arsenios Kardamakis: Evangelische Nächstenliebe und das Sozialwort. Reflexionen aus Sicht der griechisch-orthodoxen Kirche – Manfred Scheuer: Ethik - Störfaktor oder Motor der Wirtschaft. Überlegungen in römisch-katholischer Perspektive – Gerold Lehner: Die Frage nach dem Nächsten (Predigt).

Autorenangaben

Severin J. Lederhilger ist Professor für Kirchenrecht an der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, Generalvikar der Diözese Linz sowie Mitglied im Redaktionskomitee der Ökumenischen Sommerakademie.

Reihe

Linzer Philosophisch-Theologische Beiträge. Bd. 29
Herausgegeben von Severin Lederhilger, Florian Uhl und Günther Wassilowsky

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